Ein engagiertes Team ermöglicht Gottesdienste in Coronazeiten

Wenn wir früher zum Gottesdienst ins Gemeindehaus kamen, waren sie schon da – die Mitarbeiter von Technik, Licht und Beamerdienst. Selbst als Corona uns im Frühjahr um den Gottesdienst brachte, scheuten sie keine Mühe und investierten viele Stunden ihrer Freizeit, um ihn spontan online zu ermöglichen. Und nun, da wir aufgrund der hohen Zahlen wieder auf einen Gottesdienst mit Besuchern vor Ort verzichten, setzen sie erneut Fachkenntnisse für eine Liveübertragung ein.

Thomas Berns und Claudio Thomas lassen uns teilhaben am hochqualifizierten Dienst des Teams.

Multitasking und viele Stunden im Gemeindehaus

Um Aufnahme und Lichttechnik wie den Beamer (Leitung Simon Claas) zu bedienen, ist zu jedem Gottesdienst ein Team von vier Personen präsent. Insgesamt besteht unser Team aus elf Personen, wobei einige an mehreren Stellen tätig sind. Der Arbeitsaufwand erfordert es, dass wir jeden zweiten Sonntag und manchmal auch jeden Sonntag dran sind. Waren wir früher eine Stunde vor dem Gottesdienst anwesend und konnte der Beamerdienst vieles von zu Hause vorbereiten, so hat durch Corona der Arbeitsaufwand zugenommen.

Zurzeit sind wir, je nach Aufgabe, oft schon bis zu zwei Stunden früher im Gemeindehaus und meist vor 12 Uhr nicht fertig. Unter der Woche ist dann noch eine Probe mit den Musikern, die ein bis zwei Stunden dauert. Dies ist nicht zwingend, erspart aber einiges an Stress am Sonntag. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Musiker sich bei der Probe auch hören können 🙂

Am Anfang der Corona Maßnahmen belief sich das grob zusammengerechnet auf circa 160 Stunden für einen Gottesdienst (das sind vier Vollzeitstellen!). Durch Anschaffung neuer Technik (zum Beispiel Kameras, Mischpult, Software) und Sammeln von Erfahrung, kommen wir nun immer näher an einen „Normalbetrieb“.

Wie funktioniert ein Livestream?

Der Livestream setzt sich immer aus zwei Komponenten zusammen. Auf der einen Seite das Bild / Video und auf der anderen Seite der Ton. Das ist für die eingesetzte Technik und die Aufgabenverteilung der Technikgruppe wichtig.

Welche Aufgaben müssen erledigt werden, damit wir den Gottesdienst verfolgen können?

Die Bearbeitung des Tons ist auf zwei Mitarbeiter mit jeweils eigenem Mischpult und folgenden Aufgaben aufgeteilt:

  • Alle Eingangssignale einzustellen. Das sind vor allem die Signale, die von der Bühne kommen. Mikrofone der Musiker, Moderation, Predigt, weitere Headsets und Handmikros, Instrumente.
  • Den Klang im Saal zu mischen, sodass die Stimmen gut zu verstehen sind und die Musik sich gut anhört etc. Zusätzlich den Klang für die Musiker auf der Bühne extra zu mischen.
  • Alle Kanäle für den Ton des Livestreams freizuschalten und miteinander abzustimmen.
  • Die Bedienung des Lichtpultes. Dies steuert die Lampen an der Traverse unter der Decke im Saal und sorgt so für das richtige Licht auf der Bühne.
  • Da sich die ankommenden Signale der Musiker und die Stimmen in einem großen Saal total anders anhören, als sie im Mischpult ankommen, wird der Sound verändert. Auch hier ist es wichtig, dass alle Akteure im Livestream gut zu verstehen sind.

Nach dem Mischen des Sounds für den Stream wird das Signal an den Rechner gesendet, der dann für den gesamten Livestream – Bild und Ton – verantwortlich ist.

Auch die Steuerung des Bilds / Videos und Senden des Streams ist auf zwei Mitarbeiter mit folgenden Aufgaben aufgeteilt:

  • Die Liedtexte für die Musiker und die Besucher zu steuern.
  • Videos, welche für den Gottesdienstablauf verwendet werden, zu starten.
  • Präsentationen der Predigt oder Bilder zeitlich genau passend aufzurufen. Die Kameras zu steuern. Dies geschieht über den Joystick eines Pults, das auch programmiert werden kann. Damit sind zum Beispiel feste Einstellungen eines Bildausschnittes mit einem Tastendruck möglich.
  • Die verschiedenen Einblendungen, zum Beispiel die Namen der Personen, die predigen oder moderieren und vieles andere in den Livestream einzubinden.
  • Die Videos und Präsentationen, welche im Gottesdienst verwendet werden, in den Livestream zu integrieren.
  • Den Livestream zu starten / stoppen und zu überwachen.

Corona und neue Begrifflichkeiten für den Gottesdienst

Präsenzgottesdienst: Ein Gottesdienst, in dem die Menschen im Saal vor Ort anwesend sind (Präsent = anwesend/Gegenwart).

Hybridveranstaltung:  Kombination von Präsenz- und Livestream-Gottesdienst.

Podcast: Ein einzelner Podcast besteht aus einer Serie (Episoden) von Medienbeiträgen (bspw. Predigten). Diese können abonniert werden, wodurch man automatisch informiert wird, wenn ein neuer Beitrag (Episode) bereitgestellt wurde. Als FeG Herborn bieten wir die Predigten unserer Gottesdienste als MP3-Podcast an. Sie können direkt über die Homepage angehört oder abonniert werden, zum Beispiel über iTunes, Spotify und viele andere.

Livestream- oder Online-Gottesdienst: Ein Gottesdienst, in dem die Menschen nicht vor Ort sitzen, sondern am Bildschirm gleichzeitig zu Hause den Gottesdienst zeitgleich verfolgen können (zum Beispiel über Youtube). Unsere Gottesdienste werden aktuell genau zu dem Zeitpunkt gesendet, an dem sie stattfinden. Teilinhalte, einzelne Beiträge, können aber auch vorab aufgezeichnet worden sein.

Am Anfang von Corona wurde tatsächlich der gesamte Gottesdienst der FeG Herborn vorab aufgezeichnet, was ein erheblich größerer Aufwand war. Aus technischen Gründen war es damals nicht anders möglich.

Ob ein solcher Gottesdienst aufgezeichnet wird, sodass er zu einem späteren Zeitpunkt als Ganzes oder in Teilen noch einmal anzusehen, ist von verschiedenen Faktoren (zum Beispiel Rechte) abhängig. Unsere Livestream-Gottesdienste kann man übrigens auf unserem Youtube-Kanal ansehen und abonnieren.

Während wir sonntags bequem zu Hause den Gottesdienst genießen dürfen, bringen unsere Technikmitarbeiter Höchstleistung.

Tausend Dank, liebe Gottesdienstermöglicher für jeden Handgriff und für jede Minute, die ihr einsetzt!

Fotos: Thomas Berns & Fred König